Ratgeber Bewertung

Was ist meine Immobilie wert?

Aktualisiert am 15. August 2026

Der Wert einer Immobilie ist kein festes Etikett, sondern eine begründete Schätzung: der Preis, den ein Käufer am Markt heute wahrscheinlich zahlen würde. Für diese Schätzung haben sich in Deutschland drei Verfahren etabliert, die auch Gutachter und Banken verwenden.

Die drei Bewertungsverfahren

Das Vergleichswertverfahren leitet den Wert aus tatsächlich erzielten Preisen ähnlicher Objekte ab. Es ist das Standardverfahren für Eigentumswohnungen und typische Einfamilienhäuser, weil es den Markt am direktesten abbildet.

Das Ertragswertverfahren rechnet aus den erzielbaren Mieteinnahmen zurück und wird bei vermieteten Objekten und Mehrfamilienhäusern eingesetzt. Entscheidend sind hier Miete, Bewirtschaftungskosten und Restnutzungsdauer des Gebäudes.

Das Sachwertverfahren fragt, was der Neubau des Gebäudes abzüglich Alterswertminderung plus Bodenwert kosten würde. Es kommt zum Zug, wenn es kaum Vergleichsobjekte gibt, etwa bei besonderen Häusern in ländlichen Lagen.

Was den Wert wirklich bestimmt

Die Lage bleibt der stärkste Faktor: Ein durchschnittliches Haus in gefragter Lage erzielt fast immer mehr als ein sehr gutes Haus am falschen Ort. Danach zählen Wohnfläche und Grundstücksgröße, Baujahr und baulicher Zustand, der energetische Stand mit Heizung und Dämmung sowie Ausstattung und Grundriss. Auch rechtliche Punkte wirken auf den Preis, zum Beispiel Wohnrechte, Erbbaurecht oder ein Sanierungsvermerk im Grundbuch.

Was Onlinerechner leisten

Onlinebewertungen vergleichen Ihre Angaben mit Angebotsdaten aus der Region. Als erste Orientierung ist das nützlich, mehr aber nicht: Der Rechner sieht weder den Zustand des Bades noch den feuchten Keller oder den neuen Anbau. Zwischen Onlineschätzung und erzieltem Preis können deshalb erhebliche Unterschiede liegen.

Der Weg zur belastbaren Zahl

Für den Verkauf hat sich ein dreistufiges Vorgehen bewährt: zuerst eine Onlineeinschätzung als grobe Spanne, dann der Blick in die Bodenrichtwerte und in vergleichbare Angebote der Nachbarschaft, zuletzt eine Einschätzung vom Profi vor Ort. Ein Kurzgutachten kostet je nach Region einige hundert Euro, ein Verkehrswertgutachten nach anerkannten Standards deutlich mehr. Für die meisten privaten Verkäufe reicht die Kombination aus Marktvergleich und professioneller Ersteinschätzung.

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