Ratgeber Kaufen

Kaufnebenkosten beim Hauskauf

Aktualisiert am 11. August 2026

Der Kaufpreis ist beim Hauskauf nur ein Teil der Rechnung. Dazu kommen Nebenkosten, die je nach Bundesland und Maklerbeteiligung meist zwischen 5 und 13 Prozent des Kaufpreises liegen. Wer sie nicht einplant, dem fehlt am Ende Eigenkapital, denn Banken finanzieren die Nebenkosten in der Regel nicht mit.

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer ist der größte Posten. Ihr Satz ist Ländersache und reicht von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent, etwa in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Brandenburg. Bei einem Kaufpreis von 500.000 € macht allein dieser Unterschied bis zu 15.000 € aus. Die Steuer wird nach dem Notartermin vom Finanzamt festgesetzt und muss bezahlt sein, bevor Sie als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden.

Notar und Grundbuch

Kaufverträge über Immobilien müssen in Deutschland notariell beurkundet werden. Für Notar und Grundbuchamt zusammen sind etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises einzuplanen. Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt und damit bei jedem Notar gleich. Enthalten sind Beurkundung, Auflassungsvormerkung und Eigentumsumschreibung; eine Grundschuld für die Finanzierung kostet zusätzlich.

Maklerprovision

Kommt der Kauf über einen Makler zustande, teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen seit Ende 2020 mindestens hälftig. Üblich sind insgesamt fünf bis sieben Prozent inklusive Mehrwertsteuer, also gut zwei bis dreieinhalb Prozent für den Käufer. Bei Angeboten von privat entfällt dieser Posten komplett.

Beispielrechnung

Ein Haus in Nordrhein-Westfalen für 500.000 €, vermittelt über einen Makler mit hälftiger Teilung von 7,14 Prozent: 32.500 € Grunderwerbsteuer, rund 10.000 € für Notar und Grundbuch inklusive Grundschuld und 17.850 € Käuferanteil an der Provision. Zusammen etwa 60.000 € Nebenkosten, also rund 12 Prozent. In Bayern und ohne Makler wären es beim selben Kaufpreis etwa 27.500 €.

Oft vergessene Posten

Nach dem Kauf folgen Kosten, die in keiner Nebenkostenformel stehen: Umzug, erste Reparaturen, neue Möbel, eventuell Modernisierung von Heizung oder Elektrik. Auch laufende Posten wie Grundsteuer, Gebäudeversicherung und Rücklagen für Instandhaltung gehören von Anfang an ins Budget. Eine ehrliche Gesamtrechnung vor dem Kauf schützt vor bösen Überraschungen im ersten Jahr.

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